Der Volg, die Post, die Beiz, die Schule und vielleicht auch bald das Gemeindehaus. Was vor 30 Jahren noch selbstverständlich den Kern eines Dorfes prägte, wird in den ländlichen Gemeinden immer öfter zur Rarität. Besonders hart trifft es strukturschwächere Regionen ausserhalb des Agglomerationsgürtels. Die Grundversorgung stösst dort an ihre Grenzen und ist auf Dauer kaum mehr zur erhalten. 

Die zehn Gemeindevertreter aus dem Zurzibiet, die vor zwei Jahren an einen Tisch gesessen sind und das Projekt Rheintal+ ins Leben gerufen haben, beweisen mit ihrer Idee Mut und Weitsicht. Sie wollen den schleichenden Leistungsabbau entlang dem Rhein von Rietheim bis Kaiserstuhl mit einer möglichen Fusion stoppen. 

Entscheidend ist nun der nächste Schritt, wenn es darum geht, die Bevölkerung mit der nötigen Sensibilität ins Boot zu holen. Momentan ist der finanzielle und personelle Leidensdruck noch knapp auszuhalten. Die Lage dürfte sich aber spätestens dann verschärfen, sollte am 12. Februar der neue Finanz- und Lastenausgleich angenommen werden. Bei einem Ja müssten neun der zehn Gemeinden den Steuerfuss auf 127 Prozent anheben. 

Wie es geht, hat Glarus vorgemacht. Der Kanton besteht nach der grossen Fusion 2011 heute noch aus drei Gemeinden. Eine Region mit vergleichbaren Strukturen und Problemen wie das Rheintal. Fünf Jahre nach dem Zusammenschluss sind dort die Kritiker längst verstummt.

Das sagt Projektleiter Peter Weber nach dem Anlass am Dienstagabend über den Stand des Fusionsprojekts.

Das sagt Projektleiter Peter Weber nach dem Anlass am Dienstagabend über den Stand des Fusionsprojekts.