Wie hätte dieser Kommentar bei einem Aufstieg des FC Aarau gelautet? Wir hätten von einem Frühsommermärchen geschrieben, von einer Mannschaft, welche die Herzen der Menschen in der Region weit über die Fanszene hinaus erobert hat.

  • Weil sie in dieser Saison auch in schlechten Zeiten Tugenden wie Solidarität und Teamgeist an den Tag legte, stets an sich glaubte und zusammenhielt.
  • Weil die Klubleitung für einmal auf Vertrauen und Kontinuität setzte, als sie letzten Herbst den Trainer auch nach erschreckender Erfolglosigkeit nicht entliess und dafür mit einer fulminanten Aufholjagd bis in die Barrage belohnt wurde.

Gilt dies nach der sportlich dramatischen Wende gestern auf dem Brügglifeld mit schlechtem Ausgang für Aarau nun alles nicht mehr?

Doch! Eben weil der FC Aarau nicht nur am Schluss der Saison für Furore sorgte, sondern die oben genannten Tugenden schon in den Vormonaten bewies.

Dass es am Schluss trotzdem nicht ganz reichte, zeugt wohl einfach von fehlender Reife. Wer den Aufstieg auf dem Silbertablett serviert bekommt und einen 4:0-Vorsprung verspielt, wäre höheren Anforderungen in der Super League erst recht nicht gewachsen gewesen.

Nach dem ersten Kater und mit etwas Distanz darf man aber auch ganz nüchtern das Gute am Nicht-Aufstieg sehen: So bleiben uns unerwünschte Besuche von Hooligans der Grossklubs vorläufig erspart – und damit auch Negativschlagzeilen im Hinblick auf den Schicksalstag für den Aargauer Spitzenfussball: Am 24. November entscheiden die Aarauerinnen und Aarauer möglicherweise über die Revision der Nutzungsplanung und so indirekt über das neue Stadion.

Dann haben es die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der Hand, ob es langfristig für den FC Aarau doch noch ein Happy End gibt.