Kommentar

Dem Aargau fehlen Lehrpersonen: «Halte die Schulqualität, wer kann!»

Der ehemalige Banker gibt heute Unterricht.

Der ehemalige Banker gibt heute Unterricht.

Dem Aargau fehlen die Lehrpersonen. Ist ein neues Lohnsystem die Lösung des Problems? Der Kommentar von Jörg Meier.

Der Befund ist eindeutig: Der Lehrermangel im Aargau lässt sich kurzfristig nicht beseitigen. Die Schulen werden weiterhin mit kreativen Notlösungen aller Art kutschieren müssen. Das Bildungsdepartement wird die Lösungen tolerieren; denn noch schlechter als eine ungenügend ausgebildete Lehrperson ist gar keine Lehrperson; lieber viel zu grosse Klassen als kein Unterricht in einzelnen Fächern. Dass die Qualität des Unterrichts leidet, ist unvermeidlich.

Das neue Lohnsystem soll den Lehrerberuf wieder attraktiver machen. So werden die Lehrpersonen im Aargau nicht nur mehr Lohn erhalten; das neue System sieht auch eine lohnmässige Differenzierung innerhalb der gleichen Tätigkeit vor. Einfacher ausgedrückt: Wer als Lehrperson mehr leistet als andere, soll auch besser entschädigt werden. So sollen Klassenlehrpersonen mehr verdienen als Fachlehrer, die sich um keine Klasse kümmern müssen. Zudem enthält das neue System auch eine Laufbahnoption für Lehrpersonen und Schulleitende. Gerade dieser Aspekt dürfte dafür sorgen, dass der Lehrerberuf bei Männern wieder beliebter wird.

Tönt doch ziemlich gut. Wenn da nicht die Kosten wären. Das neue Lohnsystem wird teuer. Ein paar zusätzliche Millionen pro Jahr werden nicht reichen. Die Politik muss schon bald entscheiden, wie viel dem Aargau seine Lehrpersonen wert sind. Aber auch eine grosszügige Lösung bringt frühestens in zwei Jahren eine erste Entspannung. Bis dahin gehört das Improvisieren weiterhin zum Alltag der Schulleitenden im Aargau. Gemäss dem Motto: Halte die Schulqualität, wer kann!

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Autor

Jörg Meier

Jörg Meier

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