Kommentar

Das Projekt lebt

Nadja Rohner: «Aus einem knappen Nein ist ein knappes Ja geworden. Dieses Resultat ist zwar ein Erfolg für die Befürworter einer Fusion. Aber auch eine Warnung.» (Symbolbild)

Nadja Rohner: «Aus einem knappen Nein ist ein knappes Ja geworden. Dieses Resultat ist zwar ein Erfolg für die Befürworter einer Fusion. Aber auch eine Warnung.» (Symbolbild)

Die Bemühungen, aus den Gemeinden im Raum Aarau eine neue Kantonshauptstadt zu formieren, haben am Sonntag neuen Schub erhalten: Mit Suhr ist einer der wichtigsten Player nach einer Ehrenrunde via Referendum zurück auf dem Spielfeld. Das Volk hat an der Urne entschieden, dass ein Leitbild für eine Fusion mit Aarau – allenfalls auch mit den beiden Entfelden und Densbüren – ausgearbeitet werden soll. Der Suhrer Entscheid ist für das gesamte Projekt extrem wichtig, auch im Hinblick auf die am 21. Mai anstehende Referendumsabstimmung in Unterentfelden.

Im November hatte die Suhrer Gmeind den Kredit für das Leitbild mit 199 Nein gegen 182 Ja abgelehnt. Insgesamt waren nur 7,3 Prozent der 5417 Stimmberechtigten anwesend. Wenn diese 17 Stimmen Unterschied den definitiven Ausstieg Suhrs aus dem Zukunftsraum bedeutet hätten, wäre das schade gewesen. Nun hat sich das Blatt gewendet. Aus einem knappen Nein ist ein knappes Ja geworden. Dieses Resultat ist zwar ein Erfolg für die Befürworter einer Fusion. Aber auch eine Warnung. Denn der Entscheid zum Verbleib im Zukunftsraum fiel mit nur 101 Stimmen Differenz.

In Suhr gibt es im Moment drei Lager. Die, die konsequent gegen Fusionen sind. Die, die eine Fusion – besonders mit Aarau – für die einzige logische Konsequenz der wachsenden regionalen Verflechtung halten. Und die, die sich noch nicht entschieden haben. Diese letzte Gruppe hat begriffen, dass es noch längst nicht um einen Fusionsentscheid geht, sondern um die Ausarbeitung einer fundierten Entscheidungsgrundlage. Sie will die Fakten auf dem Tisch haben, bevor sie sich festlegt.

Unter den Suhrern, die jetzt Ja gesagt haben zum Leitbild, dürfte es deshalb etliche geben, die am Schluss Nein sagen zu einer Fusion. Aus dem Lager der Zukunftsraum-Gegner wird sich hingegen kaum einer zum Fusionsfreund entwickeln. In den nächsten Teilschritten des Projekts müssten sich also sehr überzeugende Argumente für einen Zusammenschluss der Gemeinden herauskristallisieren, damit Suhr am Ende zu einem Bestandteil einer neuen Kantonshauptstadt wird.

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