Kommentar

Das Kuratorium schadet sich selbst – es muss etwas geschehen

Feier zu 50 Jahre Aargauer Kuratorium.

Feier zu 50 Jahre Aargauer Kuratorium.

Aargauer Kuratoren kaschieren Interessenkonflikte. Es darf nicht sein, dass dies möglich ist. Auch im Interesse des Kuratoriums selber.

Die Doppelrollen von Kuratoren und Kuratorinnen im Aargauer Kuratorium sind problematisch. Mit internen Richtlinien wollte Präsident Rolf Keller deshalb Klarheit und Transparenz schaffen. Erreicht hat er das Gegenteil. Denn ob die Kuratoren das Geld direkt oder indirekt erhalten, macht keinen Unterschied. Wer die internen Richtlinien liest, bekommt vielmehr den Eindruck, dass mögliche Interessenkonflikte von Kuratoren und Kuratorinnen bewusst verschleiert und vertuscht werden.

Auch die aktuelle Ausstandsregel genügt in keiner Weise. Selbst wenn Kuratoren nicht abstimmen, ist die Möglichkeit zur Einflussnahme viel zu gross. Und in der Praxis wird sich der eine Kurator hüten, das (indirekte) Gesuch des Kurator-Kollegen abzuschmettern. Denn er hofft in seiner Doppelrolle als Kurator und Kulturschaffender ja selbst auf Fördergeld aus dem Kulturtopf. So entsteht der Verdacht, dass sich die Fachstellen als Schicksalsgemeinschaften gegenseitig die Fördergelder zuschaufeln.

Das darf nicht sein. Es muss etwas geschehen. Das Kuratorium ist zu wichtig. Denn es geht immerhin um öffentliches Geld von mehr als 6 Millionen Franken. Es braucht klare politische Vorgaben, die die Doppelrollen von Kuratoren verunmöglichen. Wieso nicht im Kulturgesetz oder den Verordnungen? Das wäre auch im Interesse des Kuratoriums. Mit der aktuellen, undurchsichtigen Situation schadet es sich selber.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1