Alterspflege

Das heisse Eisen endlich anpacken

Die Menschen werden immer älter, bleiben aber auch länger gesund.

Die Menschen werden immer älter, bleiben aber auch länger gesund.

Tagesstätte für Kinder und Betagte unter einem Dach, ein Concierge-Dienst, der den Kühlschrank nach Wunsch auffüllt, sowie ein Kneipp-Parcours für die Füsse, eine Brätlistelle sowie ein Schildkrötenteich im Vorgarten. Für viele ist die Perspektive, richtig alt zu werden, ein Graus. Doch die Pflegeheime richten ihr Angebot zunehmend auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft aus. Das Bonmot der Stunde: Service à la carte.

Freilich kommt das alles mit einem dicken Preisschild zurück. Doch das Beispiel des Lindenhofs zeigt, dass ein guter Service nicht unbedingt teurer sein muss, wenn sich ein Pflegeheim gut organisiert oder Aufgaben wie Koch- und Wäschedienste mit anderen Heimen teilt, falls die Nachfrage im eigenen Umfeld zu klein ist. Zum Glück ist das System heute so ausgerichtet, dass es auch jenen zum Leben reicht, die nichts auf der hohen Kante haben.

Das soll weiterhin so bleiben. Doch der Handlungsdruck steigt. Wir wissen längst, dass sich die Alterung der Gesellschaft zuungunsten der Pflegekosten auswirkt. In 30 Jahren werden sich die Ausgaben auf 18 Milliarden Franken verdreifachen. Umso ärgerlicher ist, dass die Politik davor zurückschreckt, das heisse Eisen endlich anzupacken. Das Thema ist heikel, weil die Frage im Raum steht, ob weiterhin die Jungen über die öffentliche Hand und Krankenkassenprämien die Pflegekosten mittragen sollen oder ob die ältere Generation eine Pflegeversicherung abschliessen oder ein Pflegekapital aufbauen muss. Verzögern hilft überhaupt nichts. Je länger wir zuwarten, desto grösser wird die Last für Gemeinden, Krankenkassen und pflegebedürftige Menschen.

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