Bundesratswahlen

Das Comeback der Bauern

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Alle Bundesratskandidatinnen und -kandidaten haben einen Bezug zur Landwirtschaft. Das dürfte sich auf die Politik auswirken. Der Kommentar.

Was mussten sich die Bauern im letzten Jahr nicht alles anhören. Avenir Suisse machte sie in einer Studie zum Sündenbock der Schweizer Politik. Die Landwirtschaftspolitik koste nicht 3,8 Milliarden pro Jahr, wie der Bund sage, sondern als Gesamtkomplex 20 Milliarden. Negative Wertschöpfung: 15,8 Milliarden. Kosten pro Stunde für die Schweiz: 1,8 Millionen. Zuvor hatte schon Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann die Bauern für Probleme bei den Freihandelsabkommen verantwortlich gemacht.

Bei den Bundesrats-Wahlen zeigt sich nun Erstaunliches. Mit Peter Hegglin (CVP, ZG) kandidiert ein gelernter Bauer. Er wäre der vierte Bauer im Bundesrat seit 1848. Die Kandidatinnen Heidi Z’graggen (CVP, UR) und Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP, BL) sind Bauerntöchter. Auch Viola Amherd (CVP, VS), Hans Wicki (FDP, NW) und Karin Keller-Sutter (FDP, SG) haben Wurzeln in der Landwirtschaft. Damit bekommen Bauer Guy Parmelin und sein Bundesratskollege Ueli Maurer (Ex-Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbandes) mindestens moralischen Support.

Noch wichtiger sind aber die Zeichen, die Karin Keller-Sutter aussendet. Die Bauern seien nicht gegen Freihandel, sie stellten einfach Bedingungen, sagt sie. Es sei aber möglich, «sich mit den Bauern zu verständigen». Das ist nicht ohne. Keller-Sutter dürfte Schneider-Ammann ablösen. Und sie könnte sein Wirtschaftsdepartement übernehmen. Nach vielen Rückschlägen kommen die Bauern zum Comeback.

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