Da liegt er vor mir, gross und saftig. Und wie er duftet! Wenn ich reinbeisse, tropft mir die Sauce von den Fingern. Salzig, würzig, rauchig schmeckt er. Fleischig. Dieser selbst gemachte Hamburger bringt mein Blut in Wallung. Lässt mich die Augen schliessen – und Laute machen wie bei einer Ganzkörpermassage.

Wieso ich dieser Köstlichkeit derart fröne? Weil ich sie mir tage-, ja wochenlang vorenthielt. Zu Beginn des Jahres entschloss ich mich, weniger Fleisch zu essen. Die Fleischproduktion ist unökologisch. Vor allem Rindfleisch benötigt Unmengen an Land. Tiere zu züchten, fördert den Treibhauseffekt, übersäuert den Boden, belastet die Gewässer. Im Fleisch hats Antibiotika. Und erst die Ethik! Ein befreundeter Veganer fragte mich mal: «Leichenteile essen, findest du das tatsächlich schön?» Ja, ich weiss es jetzt. Fleisch ist schlecht.

Aber eben auch gut. Fleischgerichte erinnern mich an meine Kindheit. Über Fleischgerichte lerne ich fremde Kulturen kennen. Ich liebe es, rohes Fleisch zwischen meinen Fingern zu spüren und etwas daraus zu machen. Einen Burger zu formen etwa. Um ihn dann mit geschlossenen Augen zu verdrücken.

Mein Tipp: Essen Sie so selten Fleisch, wie Sie sich eine Ganzkörpermassage gönnen.