Fast jede zehnte Höhle in der Schweiz ist zugemüllt. Leere Flaschen und verrostete Blechdosen zieren das Bild. Die Abfälle enthalten zum Teil Giftstoffe und sind eine Gefahr für das Trinkwasser. Jeder fünfte Schweizer Haushalt ist davon betroffen. Ihr Trinkwasser muss ständig kontrolliert und aufbereitet werden, damit es sicher ist.

Dieses Ärgernis verdanken wir jenen leichtsinnigen Menschen, die sich zwischen 1950 und 1980 keinen Deut um die Abfallentsorgung geschert haben. Das Littering-Problem und seine Folgen für die Umwelt war damals noch kein grosses Thema. Müllsäcke oder kaputte Gegenstände wurden viel zu oft im Wald oder eben in Höhlen entsorgt. Hauptsache weg, so das Credo.

Bestes Beispiel für die Generation Leichtsinn ist ein älterer Bekannter von mir. Auf einer Velotour entsorgte er vor kurzem sein Bonbon-Papier in einem Maisfeld, als wäre es das Normalste der Welt. Hätte das jemand von meinem Semester gemacht, würde er von gleichaltrigen als asozial abgestempelt. Völlig zu Recht.

Man muss die Generation unserer Eltern und Grosseltern aber auch ein bisschen in Schutz nehmen. Zu jener Zeit gab es noch kein Recycling und keine Entsorgungsstellen. Nichtsdestotrotz wusste sie, dass Abfallentsorgung in Höhlen keine nachhaltige Lösung sein kann. Meine Generation ist diesbezüglich übrigens nicht besser. Auch wir wissen, dass wir nicht acht Mal im Jahr im Billigflieger reisen sollten und machen es trotzdem. Wir sind dann also die Generation Leichtsinn 2.0.