Müssen Arbeitnehmer nun Angst haben vor der Digitalisierung oder nicht? Mal kursieren Studien, wonach die Schweiz besonders anfällig sei und jeder zweite heutige Arbeitsplatz gefährdet. Dann wieder werden andere Methoden angewandt: Auf einmal sollen es nur noch 9 Prozent der Jobs sein.

Was der Arbeitgeberverband sagt, muss wiederum älteren Arbeitnehmern zu denken geben. Ihre Erfahrung sei in diesen Zeiten des Wandels weniger wert. Träger des neuen Wissens sind die Jungen, während die Älteren offenbar zum Erlernen der neuen Technologien nicht fähig sind. Wiederum wird es auch für das Gegenteil gute Argumente geben. Dass ältere Mitarbeiter durchaus ihre Erfahrung mit den neuen Technologien verbinden können – und so ihre Produktivität steigern.

Auf diesen Jahrmarkt der Szenarien reagiert der Industrieverband Swissmem mit einer klaren Antwort. Der Präsident Hans Hess sagt sinngemäss: Wenn man ein mögliches Szenario sieht, muss man darauf vorbereitet sein. Genauso hält es der Industriekapitän auch, wenn er eine Strategie erarbeitet. Swissmem arbeitet an einer «Passerelle», mit der Umschulungen erleichtert werden sollen.

Ebenso muss sich die Politik befreien von der Unsicherheit über die Digitalisierung. Es sollte nach Wegen gesucht werden, wie Umschulungen für ältere Arbeitnehmer leichter möglich sind. Davon hätten nicht nur jene etwas, die solche Programme tatsächlich nutzen. Sondern auch alle anderen Arbeitnehmer, die so ruhiger schlafen können.

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