Kommentar

Corona-Politik: Es muss ein Ruck durch diesen Bundesrat gehen

Simonetta Sommaruga.

Simonetta Sommaruga.

Für einmal gibt es zwei gute Nachrichten zur Pandemie: Der Kanton meldete 200 Neuansteckungen an einem Tag – nur noch halb so viele wie vor Weihnachten. Zudem ist mit Moderna ein zweiter Impfstoff zugelassen, was die Möglichkeiten erweitert, Risikogruppen schneller zu schützen.

Für Entwarnung ist es mitunter wegen der hoch ansteckenden Coronamutation zu früh.

Dafür ist der Zeitpunkt reif, dass der Bundesrat die Weichen in der Coronapolitik neu stellt. Er darf heute keine halben Sachen beschliessen. Wenn er Verschärfungen will, muss er auch die Verantwortung übernehmen und folgerichtig die ausserordentliche Lage ausrufen.

Besser für eine beschränkte Zeit wieder durchbefehlen als weiter durchwursteln.

Aus drei Gründen:

  1. Das Hin und Her zwischen Bund und Kantonen kostete unnötig Zeit im Wettlauf gegen das Virus.
  2. Der Bundesrat wird in die Pflicht genommen, Betroffenen des Lockdowns mit finanziellen Absicherungen eine Perspektive zu geben.
  3. Die Kantone können sich auf nicht minder wichtige Aufgaben konzentrieren: Testen, Impfen und Contact-Tracing. Letzteres ist im Aargau eine besonders grosse Baustelle.

Es müsse ein Ruck durch dieses Land gehen, forderte Simonetta Sommaruga im Frühjahr. Doch die Zeit der Appelle an die Bevölkerung ist vorbei. Jetzt müssen die Regierungen liefern.

Oder anders gesagt: Es muss jetzt ein Ruck durch diesen Bundesrat gehen.

Meistgesehen

Artboard 1