Kommentar

Corona darf kein Spital ruinieren

Gesundheitseinrichtungen mussten während des Lockdowns auf nicht dringende medizinische Eingriffe und Therapien verzichten. (Symbolbild)

Gesundheitseinrichtungen mussten während des Lockdowns auf nicht dringende medizinische Eingriffe und Therapien verzichten. (Symbolbild)

Spitäler beklagen wegen Corona Mehrkosten und Ertragsausfälle. Der Grosse Rat will nun den Bund in die Pflicht nehmen. Der Kommentar.

Der Bundesrat hat Mitte März alle nicht dringenden Operationen und Behandlungen verboten. Ob der Entscheid aus heutiger Sicht richtig war, sei dahingestellt. Damals wusste niemand, wie sich die Pandemie entwickeln würde, und die Bilder der überfüllten Spitäler und Intensivstationen in Italien hatten alle vor Augen.

Zum Glück ist der Ansturm auf die Spitäler in der Schweiz ausgeblieben. Dafür haben sie nun Ertragsausfälle zu beklagen. Die Regierung schätzt den Gesamtschaden im Aargau auf 95 Millionen Franken. Jemand muss das Loch in den Kassen der Spitäler stopfen. Der Grosse Rat will zu Recht auch den Bund in die Pflicht nehmen. Schliesslich hat der Bundesrat die entsprechende Verordnung erlassen.

Seit Ende April darf wieder normal operiert werden. Einen Aufholeffekt verzeichnen aber nur wenige Spitäler. Die Aargauer CVP-Nationalrätin und Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel schliesst daraus, dass viele der geplanten Eingriffe gar nicht nötig waren. Es schadet sicher nicht, wenn der Bundesrat dies genau untersucht. Für unnötige Eingriffe soll die Allgemeinheit nicht aufkommen müssen.

Es darf nicht sein, dass einzelne Spitäler mit den Finanzhilfen ihre Bilanz frisieren. Es darf aber auch nicht sein, dass das verordnete Operationsverbot einem Spital das Genick bricht. Einen ausgewogenen Lösungsvorschlag zu erarbeiten, ist nun die Aufgabe der grossrätlichen Gesundheitskommission.

noemi.landolt@chmedia.ch

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