Kommentar

Chefsaläre: Transparenz muss auch für die Kantonalbanken gelten

Wer verdient wie viel bei den Kantonalbanken? Die Staatsbanken zieren sich, die Zahlen offenzulegen.

Wer verdient wie viel bei den Kantonalbanken? Die Staatsbanken zieren sich, die Zahlen offenzulegen.

Das machen nicht mal Grossbanken: Die Valiant Bank legt nicht nur das Salär ihres Chefs, sondern auch die Bezüge aller Geschäftsleitungsmitglieder offen – zum eigentlichen Marktwert!

Das ist die Ausnahme. Es gibt keine Standards, wie börsenkotierte Firmen die Cheflöhne in den Vergütungsberichten publizieren sollten. Selbst Roche oder Nestlé weisen im Vergütungsbericht die an die Top-Manager abgegebenen Wertschriften zu einem unter dem Marktwert liegenden Betrag aus. 

Was die Grossen tun, kopieren die Kleinen. Das Thema ist ja auch ein Politikum: Ein Kantonalbanker, der mehr als eine Million Franken verdient, hat schnell ein Reputationsproblem. Um das zu umschiffen, gibt es nicht börsenkotierte Kantonal- und Regionalbanken, die auf die Publikation der Chef-Entschädigung verzichten. Das geht gar nicht.

Heute müssen staatsnahe Firmen wie die SRG die Chef-Bezüge veröffentlichen. Also müssten das auch Kantonalbanken tun. Zudem sollten sich Konzerne wie die Migros oder der Versicherer Baloise nicht hinter der Ausrede verstecken dürfen, ihre Finanzinstitute seien nicht börsenkotiert und daher zur Offenlegung nicht verpflichtet. Transparenz muss für alle gelten. Vergleichbar sind die Entschädigungen allerdings erst, wenn Firmen die Offenlegung nicht mehr nach ihrem Gusto gestalten können.

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Autor

roman seiler

roman seiler

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