Wie haben sie sich doch bekriegt: Bevor das Stimmvolk im Juni deutlich Ja sagte zum Geldspielgesetz, griffen sich Vertreter von Schweizer Casinos und Statthalter ausländischer Online-Anbieter hart an. Als besonders bissig erwies sich dabei die hiesige Geldspiel-Lobby. Ausländische Anbieter wurden schon mal pauschal als «Casino-Haie» bezeichnet, die sich etwa um die Prävention foutierten. Klar ist: Nach dem Segen des Volkes dürfen Geldspiele im Internet nur von Schweizer Casinos angeboten werden.

Und nun? Den Schritt ins Netz wollen Schweizer Casino-Betreiber plötzlich nicht mehr ohne internationale Partner schaffen. In der Vernehmlassung zu den Verordnungen des Geldspielgesetzes betonen sie, wie sehr sie auf ausländische Firmen angewiesen seien, um dem Markt ein attraktives Angebot zu bieten, vorab bei beliebten Live-Spielen. «Unmöglich» könne man solche alleine anbieten. Der Bundesrat freilich will genau solche Partnerschaften verbieten. Ebenso kommen grosse Player aus dem Ausland nicht als Partner infrage, da ihnen nach Behörden-Definition meist der «gute Ruf» fehlt.

Die jüngsten Casino-Klagen sind also so durchsichtig wie entlarvend. Durchsichtig, da wieder die «Noch mehr»-Mentalität der Spielbanken durchdrückt. Weibeln sie doch bereits für tiefere Abgaben. Entlarvend ist, wie sich die Casinos bei ausländischen Anbietern anbiedern: War es nicht ihre Lobby, die immer betonte, nur eine Schweizer Lösung könne die richtige sein? Argumentative Nebelpetarden der Casinos werden weiter munter gezündet.