Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen, sagte Helmut Schmidt einst. Wirklich? Cargo Sous Terrain ist noch eine Vision. Vieles spricht gegen sie. Sie ist teuer, die Rentabilität ist ungewiss. Fragen des Grundwasserschutzes sind zu klären. Sie konkurrenziert oberirdische Transportmittel. Und sie würde nur Zentren verbinden.

Doch reicht dies, um diese Vision abzuwürgen? Tatsache ist, dass Bahn und Strasse im dicht besiedelten Mittelland heute schon die Kapazitätsgrenzen immer öfter überschreiten. Gewiss wird beides weiter ausgebaut. Doch hält der Bund dabei mit dem Verkehrswachstum wirklich Schritt?

Das ist sehr ungewiss. Deshalb könnte diese reine Güterbahn im Aargau andere Verkehrsträger entlasten, darf aber bei regionalen Hubs nicht selbst zu grossen Belastungen führen. Und es geht nur mit einer nationalen Gesetzesregelung. Die Kantonskompetenzen brachten nämlich beim Bahnbau im 19. Jahrhundert ein Chaos. Wenn diese Bahn privat finanziert wird, trägt der Staat kaum ein Risiko, zumal man schon nach der ersten Etappe sähe, ob sie sich rechnet.

Cargo Sous Terrain ist noch eine Vision, aber eine mit viel Potenzial. Helmut Schmidt hatte in vielem recht. Hier nicht. Denn ohne Visionen käme die Menschheit nicht voran.