Brugg

Campussaal: Bevölkerung darf mehr erwarten

Der Campussaal: Nächstes Jahr entscheidet das Stimmvolk von Brugg und Windisch über weitere Betriebsbeiträge. (Archiv)

Vor drei Jahren feierte der Campussaal seine Eröffnung. Die Bevölkerung von Brugg und Windisch sagte schon zuvor Ja zu happigen Betriebsbeiträgen. Dafür hat sie bisher aber wenig Gegenwert erhalten. Der Kommentar.

Der Bau des Campussaals war ein Kraftakt für die Gemeinde Windisch und die Stadt Brugg. Seit 2013 hatten die beiden Kommunen, die Betreiber, der Förderverein und die Veranstalter nun Zeit, erste Erfahrungen zu sammeln. Wie immer, wenn man bei null anfängt, klappt nicht alles auf Anhieb, und es entsteht Optimierungsbedarf.

In zwei Tranchen sagte die Bevölkerung vor der Eröffnung an der Urne Ja zu happigen Betriebsbeiträgen, die noch bis Ende 2017 gesichert sind. Bereits im nächsten Jahr darf das Stimmvolk über weitere Betriebsbeiträge entscheiden. Obwohl bisher 152 Veranstaltungen durchgeführt und der grösste Teil der Kunden mit den Dienstleistungen und der Infrastruktur sehr zufrieden ist, kennen längst noch nicht alle Brugger und Windischer den Campussaal von
innen.

Immerhin haben die beiden Patronatsgemeinden im letzten Jahr dafür gesorgt, dass das Kontingent mit den zehn mietfreien Nutzungen ausgeschöpft wurde. Zur Erinnerung: 2014 wurde der Saal nur viermal mietfrei gebucht. Doch die Bevölkerung hat für ihr Ja an der Urne erst wenig Gegenwert bekommen. Zwar führt die Gemeinde Windisch den Neujahrsapéro seit 2014 im Campussaal-Foyer durch. Ab 2015 war auch die Stadt Brugg bereit, mit Windisch den Neujahrsempfang für die eingeladenen Unternehmer im Campussaal durchzuführen.

«Der Campussaal verdient ein aussergewöhnliches Engagement», hiess es vor drei Jahren in der Botschaft des Stadtrats Brugg und des Gemeinderats Windisch. Dieses dürfen die Behörden aber nicht primär von den Stimmbürgern und den mehrheitlich privaten Veranstaltern verlangen. Auch die Kommunen müssen sich engagieren. Mit der Task-Force ist es nicht getan. Gemeindeammann Heidi Ammon aus Windisch kündigte vor einem Jahr an, dass 2016 «ein ganz spezieller kultureller Anlass für die Bevölkerung» organisiert werde. Spruchreif ist nichts. Noch stärker in der Pflicht steht die Stadt Brugg: Sie hat es seit zweieinhalb Jahren nicht auf die Referenzliste geschafft, weil sie bisher keinen eigenen Anlass organisierte.

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