Fest steht: Die neue Bau- und Nutzungsordnung von Muri hat einen groben Mangel. Sie liegt jetzt beim Regierungsrat zur Genehmigung, und der Gemeinderat Muri will diese abwarten, um dann den Bock zu beheben.

Nur: Kann, darf, soll der Regierungsrat eine eingestandenermassen fehlerhafte Bau- und Nutzungsordnung überhaupt genehmigen oder muss er sie nicht konsequenterweise an den Absender zurückschicken? Wäre es nicht nach normalem Rechtsempfinden korrekt, zuerst einen Fehler zu eliminieren, bevor man ein Werk verabschiedet? Es handelt sich immerhin um ein zentrales und für eine gewisse Zeitdauer gültiges Regelwerk. Die Begründung des Gemeinderats, ein Rückzug und eine Wiederauflage seien der falsche Weg und unverhältnismässig, ist nur als Versuch zu werten, möglichst bequem aus einer unangenehmen Situation herauszukommen.

Verbindliche Abklärungen, ob das gewählte Vorgehen überhaupt möglich ist, gibt es bislang nicht. «Wir haben gewisse informelle Abklärungen getroffen», ist das Einzige, was der zuständige Gemeinderat Beat Küng dazu sagen mag. Möglicherweise ist man nicht einmal im Gemeinderat selber einig über den gewählten Weg. Beim kantonalen Rechtsdienst und bei der Abteilung Raumplanung lehnt man sich nicht aus dem Fenster, weil dort der Fall (noch) nicht oder nicht offiziell auf dem Tisch liegt. Die gemachten allgemeinen Äusserungen auf unsere Anfragen hin lassen aber erahnen: Der Gemeinderat Muri ist bös auf dem Glatteis unterwegs.

Fehler können passieren. Der Gemeinderat informiert offen darüber, übernimmt die Verantwortung und entschuldigt sich. So weit, so richtig. Allerdings passt nicht in dieses Bild, mit einem Klimmzug aus der Sache herauszukommen. Selbst wenn dieser wie gewünscht gelingen sollte, bliebe ein schaler Nachgeschmack.