Der amerikanische Geheimdienst hat diese für seine Überwachung ausgenutzt. Der NSA kam die Software abhanden; vor einem Monat tauchte sie im Internet auf.

Dass Geheimdienste Betriebssysteme nach solchen Lücken abklappern oder die entsprechende Software auf dem Schwarzmarkt im Internet erwerben, ist nicht per se zu verurteilen. Denn das verschafft den Behörden die Möglichkeit, in Computer von potenziellen Terroristen einzudringen. Das gehört zur Aufgabe der Geheimdienste und darf nicht mit der oft kritisierten Massenüberwachung gleichgesetzt werden.

Es darf der NSA aber nicht passieren, dass ihr solche wertvollen Informationen abhandenkommen und sich Kriminelle im Netz bedienen können. So wie es ausgeschlossen sein soll, dass der Armee schnell mal ein paar Panzer geklaut werden. Auch eine Sicherheitslücke kann zu einer (Cyber-)Waffe werden, die gegen kritische Infrastrukturen eingesetzt werden kann.

Mitschuldig sind aber auch alle, die fahrlässig handeln und noch mit dem veralteten Betriebssystem Windows XP im Internet unterwegs sind oder ihre Software nicht regelmässig updaten und so Sicherheitslücken nicht schliessen. Wer seine Haustür ständig offenlässt, kann sich auch nicht aus der Verantwortung stehlen, wenn Einbrecher eintreten und wertvolle Gegenstände mitnehmen.

raffael.schuppisser@azmedien.ch