Die Schweizer Wirtschaftsleistung pro Kopf ist gesunken. Ob die gestiegene Zuwanderung mit ein Grund war dafür oder nicht, ist unklar. Aber es ist der erste Gedanke, dass sie der Grund sind. Die Wohlfahrt pro Kopf ist ja gerade die Gesamtwohlfahrt geteilt durch die Anzahl Mäuler. Diese einfache Rechnung kann falsch sein, aber dann muss man klar zeigen, warum die Intuition irrt.

Und liegt sie doch richtig, dann sollte man das ebenso klar kommunizieren. Aus Redlichkeit. Und darüber hinaus, weil das nicht hiesse, dass die Bilateralen deswegen im Volk keine Mehrheit mehr hätten. Der registrierte Rückgang ist alles andere als dramatisch. Experten gehen zudem davon aus, dass sich der Trend 2017 bereits wieder umkehrt. Wichtig ist daher vielmehr, dass die Menschen das Gefühl haben, den Experten trauen zu können. Auch im Kampf um die Bilateralen dürfte das zielführender sein, als von Plakaten herunter die Wähler mit Landesvaterminen in die Pflicht zu nehmen und sie an ihre Wirtschaftsfreundlichkeit zu erinnern.

Wenn ein Kuchen grösser wird, heisst das nicht, dass jeder ein grösseres Stück erhält – auch nicht im Durchschnitt. Und es ist erklärungsbedürftig, warum alles automatisch für den Einzelnen gut sein soll, was für das Wachstum der Unternehmen gut ist. «Was gut für Ford ist, ist gut für Amerika.» Das hat Henry Ford gesagt – aber vor hundert Jahren. Und es war wahrscheinlich schon damals nicht nur richtig. Dass diese sehr eigenwillige Art des Liberalismus womöglich nicht mehr funktioniert, zeigte die Annahme der unsäglichen Einwanderungsinitiative. Die Vorteile der Bilateralen sind derart erdrückend, dass sie kein Schönreden brauchen. Sie brauchen nur nachvollziehbare Erklärungen.

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