Gewächshäuser

Bitte jetzt kein «zweites Mellingen»!

In Birmenstorf sollen rund 13 Hektaren Ackerland in eine Spezialzone für Treibhäuser umgezont werden.

In Birmenstorf sollen rund 13 Hektaren Ackerland in eine Spezialzone für Treibhäuser umgezont werden.

Die Birmenstorfer Gemüsebauern möchten mehr Gewächshäuser für ihre Kulturen bauen. Dazu sollen der kantonale Richtplan angepasst und rund 13 Hektaren Ackerland in eine Spezialzone für Treibhäuser umgezont werden.

Der Haken an der Sache: Die Äcker liegen in der vom Bund geschützten Reusslandschaft. Die Fruchtfolgeflächen (sprich der natürliche Boden) würden dauerhaft verschwinden. Rechtlich läuft alles korrekt: Bis Ende September kann man sich in der öffentlichen Anhörung einbringen.

Die jetzt laut gewordene Kritik von Pro Natura ist verständlich. Im immer dichter besiedelten Aargau ist es wichtiger denn je, dass jemand in Sachen Naturschutz den Behörden auf die Finger schaut. Und die Reusslandschaft ist in der Tat ein einmaliges Kulturgut, das man gar nicht sanft genug anfassen kann. Ist die Landschaft einmal zerstört, tut das allen weh.

Ebenso verständlich ist aber der Wunsch der Gemeinde Birmenstorf und der Gemüsebauern, wirtschaftlich auf Kurs zu bleiben. Für das Dorf sind die Arbeitsplätze (und nicht zuletzt die Steuern) der einheimischen Betriebe entscheidend.

Viele werden bei den Stichworten «Pro Natura» und «Reusslandschaft» an die Umfahrung von Mellingen denken. Die Gegenwehr der Umweltverbände hat hier für jahrelange Verzögerung gesorgt, bis man eine gute Lösung für alle fand.

Der Kampf hat sich gelohnt, aber er hat viel zu lange gedauert. In Birmenstorf ergibt sich jetzt die Gelegenheit, schon jetzt zusammenzukommen und einen guten Kompromiss zu finden. Auf dass es kein «zweites Mellingen» gibt. Denn das nützt niemandem.

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