Bodenständig und doch weltmännisch. Bescheiden und doch selbstbewusst. An einem Tag elegant mit Fliege auf dem roten Teppich, am Tag darauf mit Wanderschuhen in den Bergen. Weltreisender und doch durch und durch Schweizer. Doch vor allem: Immer Werten wie Bescheidenheit, Demut und Respekt verpflichtet. Es sind Eigenschaften, die als typisch schweizerisch gelten.

Roger Federer war schon Gast von Staatspräsidenten, sprach vor der UNO-Vollversammlung. Er ist auf Du und Du mit den Grossen dieser Welt. Aber er ist eben auch: ein Star zum Anfassen. Einer, der den Menschen auf der Strasse auf Augenhöhe begegnet. Ist er in der Schweiz unterwegs, ist er «Roger». Am liebsten ist es ihm, wenn er geduzt wird.

Federer vor dem Seealpsee. Federer auf dem Jungfraujoch. Federer an der Ski-WM in St. Moritz. Schickt er Bilder aus seinem Leben in der Schweiz über soziale Medien in den Orbit, bekommen das Millionen Menschen rund um den Globus zu sehen. Es ist wohl einmalig, dass es kaum Menschen gibt, die es ihm übel nehmen, dass er dabei unverschämt gut verdient. Denn Roger Federer übt sich nicht in Extravaganz, sondern Zurückhaltung. Seinen Reichtum stellt er nicht zur Schau. Dass der Spitzensportler nie Militärdienst geleistet hat? Selbst am Stammtisch scherzt man darüber nur.

Seine Bedeutung in der Welt des Sports ist unbestritten. Jene als Botschafter des Landes wird hierzulande aber noch immer oft unterschätzt. Dabei ist Roger Federer längst zur personifizierten «Swissness» geworden. Für die Schweiz ist er beste Werbung. Gratis und franko.

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