Der Aargau ist E-Voting-Pionier. 68 Prozent «seiner» Auslandschweizer stimmten am 25. November elektronisch ab. Die Vorteile sind offensichtlich. Die Post ist nicht überall so zuverlässig wie in der Schweiz. Manche Couverts treffen gar erst nach dem Urnengang ein. E-Voting ist schnell, und ungültige Stimmzettel gibt es nicht mehr, weil das System ein Falschausfüllen nicht zulässt.

Und doch nimmt die Debatte über E-Voting sogar an Intensität zu. Einerseits wird diskutiert, ob es dieses überhaupt braucht. Den Gang zur Post mit dem Stimmcouvert könne man den Leuten doch zumuten, sagen viele. Hauptthema ist aber die Sicherheit. Die Verantwortlichen in Aarau erklären überzeugend, das Genfer System sei sicher. Doch viele Politiker hinterfragen dies – gerade weil es Hackern des Chaos Computer Club ohne Probleme gelungen sein soll, das Genfer System zu manipulieren.

2015 lehnte der Bundesrat das E-Voting-Gesuch des Aargaus und anderer Kantone für Auslandschweizer bei den Nationalratswahlen ab, weil das Stimmgeheimnis nicht genügend gewährleistet sei. Danach schloss sich der Aargau dem Genfer System an. Jetzt steht auch dieses vor dem Aus, wenn auch «nur» aus finanziellen Gründen.

Doch als Pionier zahlt der Aargau bereits ein zweites Mal Lehrgeld. Nun muss er sich besonders gut auf einen dritten Anlauf vorbereiten. Schon beim zweiten Anlauf gab der Grosse Rat nur mit 69 : 61 Stimmen grünes Licht. Die Skepsis wurde seither nicht kleiner. Sollte auch der dritte Versuch fallieren, wäre es für längere Zeit der letzte.