Polemik

Bankraub am Bancomaten

100 Franken am Bancomaten beziehen und 10 Franken Gebühren zahlen – das gibt es tatsächlich. (Symbolbild)

100 Franken am Bancomaten beziehen und 10 Franken Gebühren zahlen – das gibt es tatsächlich. (Symbolbild)

Der Blick auf die Kreditkarten-Abrechnung des letzten Auslandaufenthalts schmerzt. Zweimal Geld abgehoben – Zack! – 20 Stutz weg. Zweihundert Franken bezogen, 180 erhalten. Ein miserables Geschäft. Und man wird sich wieder mal bewusst, dass der Gang an den Geldautomaten mittlerweile nicht mehr nur den Bezug von monetären Mitteln bedeutet, sondern gleichzeitig auch, dass man einem Bankraub beiwohnt. Nur, dass die Bank nicht das Opfer ist, sondern ich, der Kunde.

Dasselbe gilt ja inzwischen für das ganze Kontowesen. Man zahlt Unmengen von Gebühren, meistens versteckt in irgendwelche, mit wohlklingenden Namen versehenen Service-Paketen, damit man sein Geld auf der Bank lagern darf. Was umso grotesker ist, weil man, Online-Banking sei Dank, ja mittlerweile sogar das Rechnungszahlungswesen in Eigenregie erledigt. Was tun gegen den Bankraub ausser der Faust im Sack? Verlockend wäre es ja, den guten alten Sparstrumpf wieder zu reaktivieren. Den Monatslohn bar in Empfang nehmen und dann zu Hause unter der Matratze verstecken. Wieso eigentlich nicht?

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