Den Zusammenbruch von Lehman Brothers haben die Medien als Auslöseevent der Banken- und Finanzkrise ausreichend gewürdigt.

Das war am 15. September 2008, vor rund zehn Jahren. Rund zehn Jahre ist es auch her, seit eine Art Gegenbewegung ihren Ausgang nahm. Am 31. Oktober 2008 stellte der mysteriöse Satoshi Nakamoto sein White Paper vor, eine Art Gründungsurkunde der Blockchain-Bewegung und Bitcoin.

Die virtuelle Währung erlebte ein Kursfeuerwerk, das mittlerweile zwar etwas abgeebbt ist, aber die Bitcoins lassen immer noch Möchtegern-Dagobert-Ducks vom Reichtum träumen, der vom Himmel fiel.

Nakamoto befeuerte mit seinem digitalen Bezahlsystem andere Träume. Er dachte nicht an Finanzspekulation, sondern stellte sich eine Möglichkeit vor, Bezahl-Transaktionen durchzuführen, ohne auf institutionelle Autoritäten wie den Staat oder Banken angewiesen zu sein. Blockchain wurde gepriesen als Treppe zu einer Welt ohne Banken.

Das Netzwerk-Arrangement der Computer sollte sie überflüssig machen. Das hatte etwas Anarchisches an sich.

Grösstmögliche Dezentralisation, welche die Befreiung garantiert aus den Krallen der Finanzindustrie – geworden ist daraus ein grösserer Finanzhype. «I moved on to other things.» Mit diesem Mail verabschiedete sich Nakamoto am 23. April 2011.