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Bald Ferien für Monsieur Hulot

Les vacances de Monsieur Hulot

Les vacances de Monsieur Hulot

Wer sich noch an den SchwarzWeiss-Filmklassiker «Les vacances de Monsieur Hulot» von Regisseur Jacques Tati erinnert, geht wohl einig, dass es kaum einen subtileren Slapstickhumor gibt. Frankreichs neuer Umweltminister Nicolas Hulot will ihn jetzt aber zum Ende der französischen Sommerferien offensichtlich noch übertrumpfen.

Ohne jede Notwendigkeit erzählte der Politnovize zum Ende der Sommerferien, er habe bei den Präsidentschaftswahlen im Mai nicht etwa für seinen neuen Vorgesetzten Emmanuel Macron gestimmt, sondern für dessen sozialistischen Rivalen Benoît Hamon.

Das Publikum applaudiert; im Internet liest man, der «neue Monsieur Hulot» trete so mutig ins politische Fettnäpfchen wie sein grosses Filmvorbild einst auf die Bananenschalen. Viele benützen den schönen, von Jacques Chirac populär gemachten Ausdruck, da habe einer «eine Gelegenheit verpasst, auf den Mund zu sitzen» (perdu une occasion de se taire).

Von wegen populär: Staatschef Macron, der zur politischen Rentrée in ein Umfrageloch gestürzt ist und es nicht dulden will, dass seine eigene Regierung den politischen Gegnern zuneigt, soll wutentbrannt die Ablösung des tollpatschigen Umweltministers planen. Vielleicht beginnen bald die ganz langen Ferien des Monsieur Hulot.

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