Die Digitalisierung verschont auch das Hotelgewerbe nicht. Hoteliers klagen über Knebelverträge und überrissene Gebühren von Plattformen wie Booking.com. Dabei stecken sie in der Zwickmühle: Entweder lassen sich die Betriebe auf die diktierten Bedingungen ein – oder ihr Hotel verbleibt als blinder Flecken auf der digitalen Landkarte.

Ein Einsehen für das Jammern der Branche zeigen die eidgenössischen Räte: Statt auf die Kartellbehörden zu vertrauen, greift das Parlament zum Zweihänder und bekämpft Booking mit einem Verbot der Paritätsklausel. Welcher Politiker kann es sich schon leisten, die Hoteliers zu übergehen? Dass er mit seinem Entscheid auch hiesige Internetanbieter trifft, nimmt er in Kauf. Ist ein Verbot der Tiefstpreisgarantie der Weisheit letzter Schluss? Wohl kaum. Die Digitalisierung wird noch etliche Probleme mit sich bringen. Würde das Parlament jede Schwierigkeit mit einem Sondergesetz bekämpfen, hätte es bald nichts anderes mehr zu tun. Auch schreitet das digitale Zeitalter rasant voran. Ein Geschäftsmodell von heute ist in fünf Jahren keinen Pfifferling mehr wert.

Sicher ist auch: Der US-Konzern Priceline, zu dem Booking gehört, nimmt den Entscheid aus Bern nicht einmal mit einem Achselzucken zur Kenntnis. Was hindert diesen US-Konzern mit einem Marktwert von 90 Milliarden Dollar daran, jene Hotels auszuschliessen, die seine Spielregeln nicht übernehmen wollen? Es ist jedem Hotelier zu wünschen, dass er im Zeitalter der Digitalisierung zu klügeren Schlüssen kommt als derzeit das Parlament.