Was «neue Ressourcierung der Volksschule» heisst und ziemlich kompliziert tönt, ist grundsätzlich eine gute Sache. Die 211 Schulen vor Ort, die es im Aargau gibt, erhalten nach einer komplexen Formel ein Kontingent an bezahlten Lektionen. Diese kann jede Schule nach eigenen Kriterien einsetzen, natürlich in Einklang mit allen Vorgaben des Kantons, was den Bildungsauftrag betrifft. Die neue Autonomie bietet den Schulen die Chance, sich individuell, nach ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten zu entwickeln.

Doch damit dies auch gelingen kann, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Es braucht fähige und willige Schulpflegemitglieder, die bereit sind, sich zusammen mit der Schulleitung und den Lehrpersonen mit der Entwicklung der eigenen Schule zu beschäftigen, unbeeindruckt davon, dass es nach 2022 keine Schulpflegen mehr geben wird.

Es braucht weiter integrierende Schulleiterinnen und Schulleiter, die es verstehen, möglichst viele Lehrpersonen ins Boot zu holen, damit die neuen Freiheiten auch produktiv genützt werden können. Es braucht Weiterbildungsangebote für Schulleitende, die noch nicht recht wissen, wie sie alle neuen Aufgaben anpacken sollen.

Und vor allem braucht es genügend Ressourcen. Die neue Autonomie der Schulverantwortlichen vor Ort darf nicht vor allem darin bestehen, dass die Schulen entscheiden müssen, was sie den Kindern alles nicht anbieten können, weil schlicht die finanziellen Mittel für das fehlen, was notwendig wäre.

joerg.meier@chmedia.ch