Der Aargauer Grosse Rat musste sich gestern bereits mit dem vierten Sanierungspaket in Folge auseinandersetzen. Dies, weil der Finanzhaushalt des Kantons weiterhin massiv in Schieflage ist. Das Besondere am vierten Sanierungspaket ist, dass damit kein Rappen gespart wird. Kritiker, die das der Regierung vorhalten, haben recht.

Gebühren für Bürgerinnen und Bürger, die die Steuererklärung zu spät abgeben, bringen Mehreinnahmen. Und das provisorisch beschlossene Aussetzen der Schuldentilgung für maximal vier Jahre verschiebt bloss Einnahmen von einem Ort an den anderen. Um den Haushalt wieder ins Lot zu bringen, braucht es echte Sanierungsmassnahmen. Das wissen alle.

Trotzdem ist es richtig, dass das Kantonsparlament in erster Lesung den Vorschlägen der Regierung zugestimmt hat, selbst wenn das Endergebnis noch alles andere als klar ist. Es ist indessen nicht möglich, in Parlament und Volk mehrheitsfähige Massnahmen für über 100 Millionen Franken aus dem Ärmel zu schütteln.

Vorlagen, mit denen man den Haushalt nachhaltig sanieren kann, brauchen Zeit. Zeit braucht auch die folgende politische Auseinandersetzung. Diese wird kommen, wenn die Regierung etwa im Gesundheitswesen oder in der Bildung viele Millionen sparen will. Sie braucht Zeit, um die Vorlagen seriös zu erarbeiten. Das gestern provisorisch gutgeheissene Massnahmenpaket für 2018 verschafft ihr Luft dafür. Der Aargau ist damit also noch lange nicht am Ziel. Das ist erst der Aufgalopp zu einem sehr anforderungsreichen Marathon.