Die Gemeindeammänner-Vereinigung hat mit ihren Empfehlungen für bessere Entschädigungen für Gemeinderäte und Gemeindeammänner eine grosse Debatte, aber auch viel Widerspruch ausgelöst. Dabei will sie eigentlich dasselbe wie ihre Kritiker: das Milizprinzip stärken. Damit liegen alle genau richtig. Das Milizprinzip ist für das Funktionieren der Schweiz unverzichtbar. Es gehört zum Erfolgsgeheimnis der Schweiz.

Ohne die zahllosen Miliz-Gemeinderäte, Gemeindeammänner, Einwohnerräte und Kommissionsmitglieder würde der Aargau nicht funktionieren. Das Herausragende am Milizsystem ist nebst der Kostengünstigkeit, dass die Gemeinden vom vielfältigen Berufs-Know-how ihrer Milizbehörden profitieren. Doch wir haben ein Problem, wenn ein Gemeindeammann für sein immer aufwendigeres Amt gewissermassen mit einem Butterbrot entschädigt wird.

Es ist im Interesse der Gemeinden, sich zu fragen, ob ihre Gemeinderäte fair entschädigt sind oder ob man entsprechend den Möglichkeiten der Gemeinde etwas drauflegen muss. Wobei man umgekehrt auch fragen darf, ob der höchstbesoldete Stadtammann von Baden – im Vollamt – mit 270 000 Franken nicht überbezahlt ist.

Glücklich sind Gemeinden, die so viele Kandidaten für die Gemeinderegierung haben, dass sogar Kampfwahlen stattfinden. Damit dies so bleibt und der Aargau weiter vom Milizprinzip profitieren kann, braucht es vielerorts moderat höhere, fairere Entschädigungen. Dies, damit sich weiterhin auch Familienväter und -frauen in einem Anstellungsverhältnis so ein Milizamt leisten können.