Thomas Aeschi, SVP, ist weitherum durch seinen Titlis-Tweet als versierter Wirtschaftspolitiker (nein, nicht im Sinn von Stammtisch, er ist laut seinem Twitter-Profil lic. oec. HSG – Harvard MPA) bekannt geworden. Für den Geschmack des Zugers hat es zu viele Touristen in den Schweizer Bergen. Der arme Mann musste, obwohl Nationalrat und auch sonst wichtig, am strahlend schönen Karfreitag am Lift bei Engelberg anstehen.

Aeschi führt dabei aber eigentlich nur das Werk des SVP-Stammvaters Christoph Blocher weiter. Dieser forderte 2004, während seines Gastspiels als Landesvater, dass die Finanzhilfen für Schweiz Tourismus gestutzt werden. Höchstens 1 Franken, so der Antrag Blocher im Bundesrat, sollte der fünfjährige Tourismus-Zahlungsrahmen in Zukunft betragen. Schweiz Tourismus verlangte etwas mehr, nämlich 277 Millionen.

Andre Zeiten, andre Vögel. Andre Vögel, andre Lieder, sagte schon Heinrich Heine. Während Aeschi den Touristen per Twitter digital beizukommen versucht, tat es Blocher seinerzeit noch analog per Antrag im Bundesrat.

Hätte der Bundesrat den Antrag damals angenommen und die Tourismusfinanzierung abgeschafft, hätte Aeschi mangels Bahnen und/oder Touristen dieser Tage nicht am Titis Schlange stehen müssen.

Die Ironie des Schicksals oder der Bundeskasse: Als Alt Bundesrat erhält Blocher wie auch seine Gattin ein Gratis-1.-Klasse-GA der SBB und eine Freikarte des Verbandes öffentlicher Verkehr. Sowie der Seilbahnen Schweiz.

Denkbar also, dass gar nicht ausländische Touristen, sondern einheimische Alt Bundesräte Aeschis freie Fahrt behinderten.