Tankschiffe fahren die Rheinhäfen in Basel nur noch eingeschränkt an. Wegen tiefer Pegelstände besteht die Gefahr, dass die Frachter auf Grund laufen könnten. Rheinaufwärts haben sich deshalb die Transportkosten für Treibstoff binnen weniger Wochen verzehnfacht. Gleichzeitig hat der internationale Rohölpreis jüngst wieder etwas nachgegeben, weshalb die steigenden Frachtkosten nicht direkt bis an die Zapfsäulen des Landes durchgeschlagen haben.

Dies könnte sich allerdings sehr schnell ändern. Ab heute treten zum einen die US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft, welche für zusätzliche Verwerfungen auf dem Ölmarkt sorgen werden. Zum anderen bleibt die Situation auch auf dem Rhein prekär. November und Dezember zählen zu den trockensten Monaten des Jahres und Wasser bleibt in den Bergen als Schnee und Eis liegen.

Auch wenn die Situation schwierig einzuschätzen bleibt, kann man diese doch zum Anlass nehmen, unser zur Selbstverständlichkeit gewordenes Konsumverhalten zu hinterfragen. Noch immer entfallen in der Schweiz drei Viertel der zurückgelegten Distanzen auf den privaten motorisierten Verkehr.

Noch immer haben 99,7 Prozent aller Personenwagen in der Schweiz einen Benzin- oder Dieselmotor. Allen Angeboten des öffentlichen Verkehrs oder alternativen Antriebssystemen zum Trotz: Die Schweizer hangen stärker denn je am Tropf der Erdölexporteure dieser Welt.