Fussgängerstreifen vor der Schulanlage: Das Mädchen steht da und wartet darauf, dass ich anhalte. Langsamer fahren reicht nicht, ihm wurde beigebracht: «Rad steht, Kind geht.» Kein Problem, ich nehme gerne Rücksicht. Das Mädchen ist auf der anderen Strassenseite angekommen und winkt mir freundlich zu. Ich drücke langsam wieder aufs Gaspedal. 

Zu früh. Jetzt kommt eine Mutter vom Parkplatz gegenüber angehechtet. Sie schaut weder links noch rechts, sondern auf ihr Handy und läuft umgehend auf den Fussgängerstreifen. Sie darf das, denn Fussgänger haben auf den Fussgängerstreifen Vortritt. Immer, sagt das Gesetz. 

Mami ist auf der anderen Seite angekommen. Erneut lasse ich die Bremse los. Wieder zu früh. Denn die Frau hat inzwischen ihr vor dem Schulhaus wartendes Kind an die freie Hand genommen (in der anderen ist immer noch das Handy) und hastet mit ihm zurück zum parkierten Auto. Natürlich ohne sich umzuschauen und auf allfälligen Verkehr zu achten. Sie darf das, denn Kinder und Mamis haben auf dem Fussgängerstreifen Vortritt. Uneingeschränkt. 

Endlich kann ich losfahren. 50 Meter weiter, zum zweiten Fussgängerstreifen vor der Schulanlage. Dort steht ein Junge und wartet darauf, dass ich anhalte . . .