Der US-Konzern Johnson & Johnson schluckt Actelion für 30 Milliarden Dollar. Damit gehört die Übernahme zu den grössten der Schweizer Firmengeschichte. Actelion wurde schon seit einiger Zeit als Übernahmekandidat gehandelt, verdichtet haben sich die Spekulationen Mitte November. Mit mehreren erfolgreichen Medikamenten gegen Bluthochdruck in der Lunge und einer Marge von über 40 Prozent hat das Baselbieter Unternehmen die Aufmerksamkeit der Grossen auf sich gezogen.

So gesehen ist Actelion unter Führung von Gründer und Chef Jean-Paul Clozel Opfer seines eigenen Erfolgs. An sich hatte Clozel stets proklamiert, mit seiner Firma eigenständig zu bleiben. Angesichts der hohen Preise, die in den vergangenen Wochen herumgeboten wurden, war jedoch absehbar, dass Clozel sein Ziel der Selbstständigkeit wohl wird aufgeben müssen. Hätte Actelion einen Deal ausgeschlagen, hätten dies die Aktionäre kaum goutiert.

Dennoch ist es Clozel gelungen, möglichst viel für ihn und seine Firma herauszuschlagen. Der Preis ist mit 280 Franken pro Aktie höher als zuletzt spekuliert. Zudem kann Clozel als Teil des Deals jenen Teil der Forschung Actelions, der an neuen Wirkstoffen arbeitet, in einer neu zu gründenden Firma weiterführen. Die Entwicklung neuer Medikamente ist jedoch ein Geschäft mit hohem Risiko, neue Präparate können auch noch auf der Zielgeraden scheitern. Es ist daher völlig offen, ob Clozel seinen Erfolg mit Actelion wiederholen kann.