Das tut gut. Rot und röter wurde der Aargauer Kantonshaushalt in den vergangenen Jahren, dunkel und dunkler die Prognosen. Doch jetzt – ein Silberstreifen am Horizont. Die Negativspirale ist durchbrochen, auch wenn die Finanzlage angespannt bleibt. Es fliesst wieder mehr Geld in die Staatskasse. Und das nicht wegen einer Steuererhöhung, sondern weil es den Unternehmen besser geht. Zudem greifen die Sanierungsmassnahmen der letzten Jahre.

Es tut gut, dass wieder über anderes gesprochen werden kann als nur über Abbau und Abbruch. Zum Beispiel über Investitionen wie jene in die Limmattalbahn, die nach Baden verlängert werden soll. Das Volk hat mehrfach klargemacht, dass Sparen allein keine Zukunftsvision ist – man sah dies bei Referenden, aber auch den Einwohnerratswahlen 2017, als die Anti-Spar-Partei SP triumphierte. Und doch: Für eine Entwarnung ist es zu früh. Dass der Haushalt zurzeit gut dasteht, ist zu einem grossen Teil auf externe Faktoren zurückzuführen: mehr Ausschüttungen von der Nationalbank, mehr Geld aus dem Finanzausgleich. Das kann sich schnell wieder ändern – genauso wie die Konjunktur. Die strukturellen Probleme sind längst nicht gelöst, und die ungebremste Zuwanderung in den Aargau bedeutet aus finanzieller Sicht eine Belastung.
Darum braucht es die bereits aufgegleisten Reformen, etwa im Gesundheitswesen, und bei Mehrausgaben ist Vorsicht geboten: Warum dem Personal gleich auf vier Jahre hinaus Lohnerhöhungen versprochen werden sollen, bleibt schleierhaft.

patrik.mueller@azmedien.ch