Kommentar

Aargau nimmt strengeres Einbürgerungsgesetz an: Es geht noch mehr

Die Hürden für eine Einbürgerung im Kanton Aargau werden erhöht. (Symbolbild)

Die Hürden für eine Einbürgerung im Kanton Aargau werden erhöht. (Symbolbild)

Fast zwei Drittel der Aargauer Stimmberechtigten sagen Ja zum neuen Einbürgerungsgesetz. Doch es warten weitere Herausforderungen.

Mit dem neuen Einbürgerungsgesetz ändert sich wenig. Die Anpassungen betreffen einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung und werden weder auf die Ausländer- noch die Einbürgerungsquote messbare Auswirkungen haben. Und doch war die Zustimmung am Sonntag sehr gross. Selbst in den Städten, wo die Bevölkerung bürgerlichen Ideen häufig kritischer gegenübersteht, hat eine deutliche Mehrheit Ja gesagt.
Fast zwei Drittel der Stimmenden befürworten strengere Regeln bei Einbürgerungen. Sie wollen sicher sein, dass nur Menschen eingebürgert werden, die wirtschaftlich selbstständig sind. Sie sagen mit ihrer Zustimmung aber auch Ja zu mehr Verbindlichkeit. Mit dem zwingenden Bestehen des Einbürgerungstests ist ein Schritt in diese Richtung gemacht.

Es geht aber mehr. Immer noch liegt die Einschätzung über die Integration Einbürgerungswilliger bei den Gemeinden, die das teilweise sehr unterschiedlich beurteilen. Und noch immer betreffen die meisten Regelungen nur die ordentlichen Einbürgerungen, dabei wird bei vereinfachten Einbürgerungen öfter Missbrauch festgestellt. Das sollten die nächsten Herausforderungen sein, um den Einbürgerungsprozess nicht nur verbindlicher, sondern auch etwas gerechter zu gestalten.

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