Im Aarauer Stadion-Projekt ist seit Jahren der Wurm drin. In den letzten Tagen ist die Situation in einem unerwarteten Ausmass eskaliert. Ausgang: völlig unklar. Fest steht: Der Kollateralschaden dürfte erheblich sein. Insbesondere der Stadtrat muss sich vorgeführt vorkommen. Seine Stadion-Task-Force war zur Überzeugung gelangt, dass die HRS zu Recht auf der Koppelung von Stadion-Baubeginn und Hochhäuser-Baubewilligung beharre. Die HRS soll aber einen Teil des Planungsrisikos mittragen – unter anderem in Form einer Konventionalstrafe, für den Fall, dass 2021 der Stadionbau wieder scheitert (etwa weil ein Investor für die Hochhäuser fehlt). Die Koppelung hat eine weitere Verzögerung des Stadionneubaus um zwei Jahre zur Folge. 

Das ist für die Chefs des FCA und «meinstadion.ch» nicht akzeptabel, weil sie befürchten, in dieser Zeit blute der Verein aus, gehe finanziell zugrunde. Hinter dem Rücken des Stadtrates haben HRS und «meinstadion.ch» gestern Abend eine neue Variante mit einer teilweisen Entkopplung aufgegleist. Dieses Vorgehen stellt die Glaubwürdigkeit der HRS infrage. Und selbst wenn sich die Zwischenfinanzierung nach Bekanntwerden der Zahlen als realisierbar erweisen sollte, wäre sie, was die demokratischen Entscheide anbetrifft, sehr anspruchsvoll. Denn sie wäre ohne Bankkredite kaum zu stemmen, was eine weitere Volksabstimmung notwendig machen würde (zusätzlich zur BNO-Revision für die Hochhäuser). Sie zu gewinnen, wird angesichts des Hin und Hers der letzten Wochen schwierig.