Kommentar

A1-Ausbau: Vorziehen, wenn das Volk dafür ist

Die Aargauer Regierung fordert vom Bund, dass die A1 rasch auf sechs Spuren ausgebaut wird. (Symbolbild)

Die Aargauer Regierung fordert vom Bund, dass die A1 rasch auf sechs Spuren ausgebaut wird. (Symbolbild)

Die Aargauer Regierung fordert vom Bund, dass die A1 rasch auf sechs Spuren ausgebaut wird. Ein Kommentar

Wenn im Aargau über Verkehrsprojekte diskutiert wird, prallen Weltanschauungen aufeinander. Exemplarisch zeigte sich dies bei einer Debatte zwischen FDP-Grossrat Titus Meier und dem Grünen Christian Keller auf Twitter. Meier klagte, er stehe in der Region Brugg regelmässig im Stau, der Ausbau des Strassennetzes sei nötig. Keller konterte, Meier stecke nicht im Verkehr fest, sondern sei selber ein Teil des Verkehrsproblems.

Keller hat natürlich recht: Jeder, der mit dem Auto zur Arbeit, zum Einkaufen oder ins Schwimmbad fährt, trägt seinen Teil zur Verkehrsbelastung bei. Allerdings ist die Mehrheit der Aargauer nicht bereit, auf diese Freiheit zu verzichten. Dies zeigte sich im Grossen Rat, der eine Standesinitiative für einen A1-Ausbau deutlich überwies. Und dies zeigt sich bei Strassenprojekten, die von der Bevölkerung regelmässig mit klarer Mehrheit gutgeheissen werden.

Deshalb hat auch der Regierungsrat recht, wenn er Druck für einen A1-Ausbau macht. Bisher hat der Bund den Kanton hier ausgebremst: Nicht 2030, sondern erst 2040 soll die Autobahn im Aargau ausgebaut sein. Dies, weil diverse Regionen Bedürfnisse anmelden und das Geld nicht reicht, um alle Projekte rasch zu realisieren. Dass die Regierung anbietet, das Projekt vorzufinanzieren, ist clever. So verliert der Bundesrat ein Argument gegen den raschen Ausbau. Ob die Mittel der kantonalen Strassenkasse für sechs A1-Spuren reichen, ist aber fraglich. Sollte ein Kredit nötig sein, müsste dieser wohl vors Volk – und dort würde sich zeigen, wie viel den Aargauern freie Fahrt auf der Autobahn wert ist.

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