Die Restkosten der Aargauer Gemeinden für ihre Pflegeheime haben sich seit 2011 fast verdoppelt. Jetzt müssen sie nach zwei Gerichtsurteilen auf einen Schlag zusätzliche Mehrkosten von voraussichtlich 25 Millionen Franken stemmen. Das heisst allerdings nicht, dass deshalb die Gesamtkosten um diesen Betrag steigen. Viele Pflegeheimbewohner dürften bei den Betreuungskosten etwas entlastet werden. Und auch manche Heime, die bisher auf keinen grünen Zweig kamen, dürfen durchatmen. Dennoch werden mehr Gesundheitskosten zu den Aargauer Gemeinden verschoben – das werden diese spüren.

Es ist verständlich, dass man sich dort Sorgen macht. Das gibt aber auch Gelegenheit zu prüfen, wie Heime dieselbe Leistung und Qualität günstiger erbringen können. Zum Beispiel mit gemeinsamen Wäschereien oder einer Zusammenlegung mit der regionalen Spitex? Natürlich darf dies nicht auf dem Buckel der Bewohnerinnen und Bewohner passieren. Ihnen schulden wir die bestmögliche Pflege und Betreuung.

Zudem fällt auf: Jüngst häufen sich weitreichende höchstrichterliche Urteile im Gesundheits- und Sozialbereich. Etwa zu den Restkosten der Gemeinden, zur Mittel- und Gegenständeliste oder zu den Prämienverbilligungen. Das ist ein Alarmzeichen an die Politik. Offenkundig fällt es nicht nur Privatpersonen, sondern auch weniger gut betuchten Kantonen immer schwerer, ihren Anteil der rasch steigenden Kosten zu stemmen. Die eidgenössischen Räte tun gut daran, dies bei ihrer künftigen Gesetzgebung zu berücksichtigen.