Nächste Woche ist zur kleinen Jubiläumsfeier geladen: Seit 25 Jahren gibt es Medien-Ombudsstellen in der Schweiz. Für die elektronischen Medien ist rechtlich verankert, dass sich Fernsehzuschauer und Radiohörer an einen Ombudsmann wenden können, wollen sie sich über ein Programm beschweren. Zahlreiche Verlage, darunter die AZ Medien oder die Tamedia, haben freiwillig eine Ombudsstelle eingerichtet.

Medienombudsstellen sind weder besonders originell, noch war ihre Einführung bahnbrechend. Seit den 1970er-Jahren breiten sie sich epidemisch aus. Viele Branchen – Banken, Reisebüros, Spitäler, Versicherungen wie Verwaltungen – haben entsprechende Stellen geschaffen. Zuweilen sind sie blosse Prellböcke für unliebsame Reklamationen, zuweilen Marketinginstrument zur sorgsamen Imagepflege, zuweilen sind sie ehrliche Makler zwischen den Interessen. Nur fehlt ihnen, was sie im Namen tragen: der Ombud.

Das Wörterbuch sagt, «Ombud» stamme vom altnordischen «umboð» und bedeute «Vollmacht». Folgerichtig starteten die Ombudsmänner und -frauen ihren Siegeszug in Skandinavien. Über die baltischen Staaten haben sie sich in Europa verbreitet, finden sich mittlerweile in internationalen Organisationen und auch etwa in Namibia wieder. Gemeinsam ist ihnen, dass sich ihre Vollmacht darauf beschränkt, als Schlichter auftreten zu dürfen. Im besten Fall haben sie das Recht, Informationen einzufordern. In ihrer Kompetenz liegt es, Empfehlungen auszusprechen. Mehr nicht. Die Feier zum kleinen Jubiläum gibt den Medienombudsmännern zudem die Vollmacht, darauf hinzuweisen, dass es sie gibt.

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