Philip Maloney ist gewiss nicht der modernste Privatdetektiv, und seine Klientel gehört nicht zur Technik-Avantgarde. Etwas alte Detektiv-Schule hat ja auch seinen Reiz, doch wenn der Privat-Schnüffler auf SRF 3 einer Diskette nachjagt, dann wirkt das wie aus dem letzten Jahrtausend. Wenn es doch wenigstens eine CD-ROM wäre!

Doch auch dieses Speichermittel droht allmählich der Vergessenheit anheimzufallen. Das wurde mir bewusst, als ich vor drei Jahren aushilfsweise eine Bezirksschulklasse unterrichtete. Meine Schüler verstanden zuerst die Kurzgeschichte nicht recht, die wir lasen, weil sie nicht wussten, was dem Buben von Klassenkameraden gestohlen wurde. Eine CD-ROM. Und weil sie nicht verstanden, warum der Bub so an dieser Scheibe hing, wenn er sie doch schon lange auf seinem Computer installiert hatte und kopieren konnte.

Doch Geschichten müssen nicht unbedingt erfunden sein, um anachronistisch anzumuten. Es gibt sie auch in der Realität: So zerstörte diese Woche der britische Geheimdienst Festplatten der Zeitung «Guardian», um belastende Informationen zu vernichten. Was hat das für einen Zweck, wenn heutzutage Informationen mit einem Klick gleich mehrfach an verschiedene Orte kopiert werden können? Keinen.

Damit ist die Zerstörung nicht mehr als eine nutzlose Zurschaustellung des schlechten Stils und der Macht. Vandalismus könnte man das auch nennen. Oder der britische Geheimdienst ist tatsächlich in der Zeit Maloneys stecken geblieben.