Zettel

Chatten und stricken

Sehnen Sie sich nach realen Gesprächen statt Internet-Kontakten? Wir sagen, wie Sie das anpacken können.

Ist Ihnen das belanglose Facebooken und Chatten oder das Twittern in den luftleeren Raum des Internets auch verleidet? Überlegen Sie sich deshalb: Wie komme ich wieder zu einem realen Schwatz in dieser Welt der einsamen Handy- und Tablett-Gucker?

Sie können in der Stadt flanieren und Leute ansprechen. Im Theater- oder Konzertfoyer tummeln sich in den Pausen zuhauf potenzielle Gesprächspartner. Und im Film wird uns gezeigt, dass es an der Bar sicher klappt. Die Erfahrung aber lehrt: So einfach ist es nicht. Auf der Strasse wird man verdächtigt, ein Häsch-en-Schtotz-Typ zu sein, im Theaterfoyer fürchtet man den Besserwisser und in der Bar wirds falsch interpretiert. Sie wissen schon: wie im Film...

Aber es gibt bewährte Rezepte: Warten Sie aufs Tram, wenn es hudelt oder endlich besonders schön ist. Alle reden gerne übers Wetter. Fahren Sie Zug, wenn all die Gruppen starten, dann hat er sicher Verspätung, und die Nicht-Gruppen-Zugfahrer ärgern sich gerne gemeinsam – auch mit Ihnen. Ein probates Mittel ist ein Hund. Sie werden im Quartier nicht nur alle anderen Hundebesitzer kennenlernen, sondern auch Familien mit Kindern, ältere Spaziergängerinnen – und die Hundehasser. (Dasselbe funktioniert auch mit Kleinkindern).

Alles nichts für Sie? Hier noch zwei aktuelle Tipps: Rauchen Sie! Und Sie werden vor den Bars mit wildfremden Leuten ins (unverfängliche) Gespräch kommen. Brandheiss für unterwegs: Stricken statt Handy. Sie werden auffallen und Ihr verblüfftes Vis-à-vis wird nicht ohne eine Frage oder ein Kompliment ... sich wieder seinen Geräten zuwenden.

sabine.altorfer@azmedien.ch

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1