Neulich stand ich frühmorgens mit einer Dose kühlen Biers im Coop. Das wollte ich nicht. Denn wie jeden Morgen langte ich nach einer Flasche Wasser, doch auf dem untersten Regal des Kühlgestells, dort wo sonst das Wasser steht, befand sich nun das Bier. Das musste etwas zu bedeuten haben.

Detailhändler, das weiss ich, überlassen bei der Einrichtung ihres Ladensortiments nichts dem Zufall. Jedem Artikel wird genau jener Platz zugewiesen, den er sich aufgrund von Verkaufsstatistiken und Optimierungsstrategien verdient hat. Dass das Wasser nun mit dem Bier den Platz getauscht hat, musste folglich einen bestimmten Grund haben. Ich witterte gar eine Verschwörung.

Oft befinden sich in den unteren Regalen, auf der Höhe der Kinderaugen, jene Produkte, welche die Kleinen besonders ansprechen. Hat die Alkohol-Lobby ihre Finger im Spiel? Will sie unseren Kleinen den Alkohol schmackhaft machen, indem das Bier auf die gleiche Stufe wie die Gummibärchen gestellt wird. Oder ist es genau umgekehrt? Hat sich das Blaue Kreuz Einfluss verschafft und dafür gesorgt, dass das Wasser besser sichtbar und das Bier für uns etwas unsichtbarer platziert wird?

Vielleicht war es aber auch die Suva, die intervenierte. Das Bier wird nämlich im Kühlgestell auch in Sechserpackungen angeboten. Wenn das Personal diese täglich auf das oberste Regal hieven muss, ist das bestimmt für den Rücken ungesund. Und während ich sinnierend vor dem Gestell stand und noch immer das kühle Bier in der Hand hielt, schoss es mir durch den Kopf: Für die anderen bist du jetzt wohl der Alki am frühen Morgen.