Solche, die sich beschweren, wenn es mit dem Einsteigen zu lange dauert, und Rollstuhlfahrern aus Prinzip nie helfen.

Ja, das wäre gut für die Schweiz. Denn hierzulande funktioniert der öffentliche Verkehr zu perfekt. Das hat bedenkliche gesellschaftliche Auswirkungen, über die noch viel zu wenig nachgedacht wurde: Wenn alles glatt läuft, reden die Schweizer nicht miteinander. Es gibt nichts Besseres als eine Zugsverspätung oder ein unfreundlicher Chauffeur, damit Fremde miteinander ins Gespräch kommen.

So gesehen haben Bus und Bahn eine Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. Sie sollten ihre Rolle als Gesprächsstofflieferanten bewusst wahrnehmen, um die Leute einander wieder näherzubringen. Die SBB könnten ihren Teil dazu beitragen und zum Beispiel im Regio-Express ab Baden verkünden, der Zug fahre ohne Halt nach Bern. Die Durchsage sollte einfach so falsch sein, dass sich die Passagiere belustigt oder entgeistert anschauen und zu reden beginnen.

Die Grossverteiler fördern schon sehr vorbildlich die spontane Kontaktaufnahme. Dazu haben sie kleine Kleber eingeführt. Die Verkäuferin fragt also: «Sammeln Sie Märkli?» Und schätzungsweise jeder zehnte Nichtsammler antwortet nicht nur «Nein», sondern dreht sich zum Mitkunden um und fragt: «Wänd Sie si?» Es erwärmt mir jedes Mal das Herz.