Glaubt man den Grossräten, so ist die Überraschung über die Abwahl von CVP-Nationalrätin Ruth Humbel aus dem AKB-Bankrat total. Klar: Es ist das Recht jedes Grossrats, zu wählen, wen er will.

Oder eben nicht mehr zu wählen. Nicht schlüssig beantworten liess sich gestern die Frage: War es eine konzertierte Aktion gegen Humbel? Oder hat es sich am Ende einfach so ergeben?

Möglich ist beides. Denn Ruth Humbel ist eine Politikerin, die Angriffsfläche bietet. Die SVP hat sie aktuell auf dem Kieker, weil sie sich im Nationalrat nicht gegen den US-Steuerdeal aussprach.

Ihre gesundheitspolitischen Vorstösse polarisieren oft. Und: Wer nationale Ausstrahlung hat, weckt immer auch Neid. Kritik an ihrer Arbeit als Bankrätin allerdings gab es nie – im Gegenteil: Lange Zeit wollte der Grosse Rat explizit einen politisch zusammengesetzten Bankrat und war froh um Nationalrätinnen, die das Amt übernahmen.

Wenn Humbel nun Knall auf Fall abgewählt wird, so ist das unfair.

Doch warum nur hat der Regierungsrat aus dem Beinahe-Debakel der Ersatzwahl 2012 nichts gelernt? Damals brachte er den neuen Präsidenten nur mit Ach und Krach durch – weil er keine Auswahl bot.

Nun wollte der Regierungsrat erneut nur abnicken lassen: Er präsentierte acht Kandidaten für acht Sitze. Das hat manchen Grossrat zusätzlich angestachelt, die Party zu stören.