Kommentar

Strategiewechsel gibt Städten Luft

Erhöhtes Verkehrsaufkommen an der Neumarkt-Kreuzung in Brugg, wo Strassen aus vier Richtungen zusammenkommen, darunter auch viel Verkehr aus dem Unteren Aaretal. Alex Spichale

Erhöhtes Verkehrsaufkommen an der Neumarkt-Kreuzung in Brugg, wo Strassen aus vier Richtungen zusammenkommen, darunter auch viel Verkehr aus dem Unteren Aaretal. Alex Spichale

Einst schützten sich die Städte mit hohen Mauern. Sie bestimmten, wer durchs Tor hinein und hinaus durfte. Das ist vorbei.

Heute ersticken viele Städte und Agglomerationen in der Rushhour nachgerade im Verkehr. Das stinkt den lärmgequälten Anwohnern und nervt die Verkehrsteilnehmer. Sie verlieren im Stau viel Zeit und können kaum noch kalkulieren, wann sie am Ziel sind. Das schadet auch der Volkswirtschaft.

Was tun? Ursprünglich sollte der milliardenteure Baldeggtunnel den Transit-verkehr aus den Regionen Baden und Brugg herausbringen und das untere Aaretal besser anbinden. Inzwischen weiss man, dass das Problem gerade in Baden mit viel Ziel-/Quellverkehr ins und aus dem Zentrum hausgemacht ist.

Deshalb will der Kanton jetzt dieses Problem anpacken – mit kleinräumigeren Lösungen. Diese kosten etwa so viel wie der Baldeggtunnel, sollen aber deutlich mehr Entlastung bringen.

Das ist ein Strategiewechsel: Deutlich weniger motorisierter Individualverkehr im Zentrum, dafür mehr öffentlicher Verkehr und eine Förderung des Langsamverkehrs. Wollen wir das? Anders gefragt: Sieht jemand eine Alternative?

Die Verkehrsräume in den Städten sind ausgereizt. Luft schöpfen können sie nur, wenn man einen Teil des Autoverkehrs herausholt und so die Erreichbarkeit der Zentren gerade mit dem öffentlichen Verkehr verbessert. Die Best-Varianten des Kantons zielen in diese Richtung. Die Diskussion wird zeigen, welche dem Ziel am nächsten kommen.

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