Meiereien

Und wie halten Sie es mit dem Regenwurm?

Ob Dschungelcamp oder Stapferhaus. Das Verspeisen von Regenwürmern ist in aller Munde: Damit beschäftigt sich diese Woche auch Jörg Meier in seiner nicht ganz ernst gemeinten Kolumne.

Viele wichtige Informationen aus nah und fern galt es auch diese Woche zu verarbeiten. Mich persönlich hat eine Meldung besonders beschäftigt. Exklusiv hat der «Tages-Anzeiger» die Ergebnisse einer Befragung des Stapferhauses Lenzburg veröffentlicht. Gegen 50 000 erwachsene Besucherinnen und Besucher der Ausstellung «Geld – zwischen Gut und Böse» wurden befragt. Dabei stellte sich heraus, dass 22 Prozent aller Befragten für ein Entgelt von 10 000 Franken einen Regenwurm essen täten. Jeder Zehnte wäre bereit, den Regenwurm einfach aus Jux zu verspeisen. Und 62 Prozent behaupten, sie würden für kein Geld der Welt einen Regenwurm vertilgen.

Ich bin froh, dass ich nun endlich alles über das allfällige Regenwurmvertilgungsverhalten von Ausstellungsbesuchern weiss. Zwar – wenn ich mir die Sache etwas genauer überlege – gibt es da doch noch eine Unklarheit: Wurde bei der Befragung auf die Vegetarier Rücksicht genommen? Dürfen Vegetarier überhaupt Regenwürmer essen – und sind sie genügend über allfällige Konsequenzen informiert? Man weiss ja, dass Regenwürmer an sich äusserst eiweissreich sind und daher ziemlich gesund. Und was ist mit den Veganern?

Treue Dschungelcampzuschauer haben sich ein solides Wissen über das Vertilgen von Würmern, Insekten und anderem Getier erworben. Zum Beispiel haben sie gelernt, dass ein Wurm, der lebend verschluckt wird, trotzdem nicht in der Nacht aus dem Magen durch die Speiseröhre zurück in den Mund kriechen kann. Fernsehen bildet halt doch.

Schliesslich der Tipp fürs Wochenende: Diskutieren Sie das Thema in der Familie – und wenn Sie mögen: Machen Sie Feldversuche!

 joerg.meier@azmedien.ch

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