Ich mag keinen Panettone. Egal, ob mit oder ohne kandierte Früchte. Ich mag ihn einfach nicht. Und möchte das hier auch nicht weiter ausführen. Ich kenne auch keinen, der Panettone wirklich gern hat. Der im Freundschaftsbuch unter der Rubrik «Lieblingsspeise» ohne zu zögern «Panettone» eintragen würde.

Trotzdem schenken die Leute einander und speziell mir unbeeindruckt zu Weihnachten oder aufs neue Jahr einen Panettone. Es ist das typische Geschenk der Menschen, die einem halb nahe stehen.

Panettone – ein luftiges Nichts, aber grossartig verpackt. Und dann immer diese Sauerei mit dem Zuckerpulver. Die akute Erstickungsgefahr bei den Schluckversuchen. Und am allerschlimmsten: die kandierten Früchte. Was heisst da schon «Früchte»? Jeder weiss doch längst, dass das gar keine richtigen Früchte sind, sondern aromatisierte und gefärbte Stücke von Zuckerrüben. Fürchterlich.

Besonders hinterhältig ist der Panettone auch deshalb, weil er so lange haltbar ist. So weiss ich nie genau, ob der Panettone, den ich erhalte, schon zum zweiten oder vielleicht auch schon zum dritten Male Weihnachten feiert. Ja, ich gebe es zu – auch ich gehöre zu denen, die Panettone sofort weiterverschenken, was soll ich denn sonst mit ihnen anfangen? Warum kriege ich überhaupt immer wieder Panettone geschenkt?

Eine Zeit lang habe ich versucht, den Panettone mit ins Büro zu nehmen. Für die lieben Kolleginnen und Kollegen. Aber ich kam zu spät. Andere hatten vor mir die gleiche Idee. Und so stehen denn auf der Redaktion überall angeschnittene Panettone herum, dazu ein Zettelchen, man solle sich ungeniert bedienen.

Aber nicht mit mir! Mit mir nicht! Fresst doch euren Panettone selber!