Frau Lüscher hat angerufen. Sie möchte am Chlaushock der Damenriege eine lustige Samichlaus-Geschichte vorlesen. Ob ich ihr nicht eine wüsste?

Ich sagte, nein, ich wisse keine lustige Samichlaus-Geschichte. Aber ich könnte ihr eine wahre Geschichte über den Sami Chlaus erzählen. Sie geht so:

Die Familie Sami wohnte in einem kleinen Dorf irgendwo im Mittelland. Immer schon wusste Vater Alfred Sami, dass es für seinen erstgeborenen Sohn nur einen Vornamen geben konnte: Niklaus. Und so kam es. Der kleine Niklaus wuchs prächtig heran. Alle nannten ihn kurz und einfach «Chlaus». Weil es damals noch üblich war, den Nachnamen vor dem Vornamen zu nennen, wurde aus dem Niklaus Sami der Sami Chlaus . Der Vater fand das lustig und der Lehrer auch. So war Niklaus in der Schule der Sami Chlaus, später auch bei den Turnern; im Militär war er Füsilier Sami Chlaus.

Sami Chlaus galt bald als Original. Er genoss es, wenn er mitten in der Nacht in eine Polizeikontrolle geriet und den Polizisten fröhlich erklärte, er sei der Sami Chlaus. Er freute sich, wenn sie ihm erst nicht glaubten und sich dann entschuldigen mussten.

Es gefiel ihm, wenn er in einer fremden Beiz sass und wettete, er gehe jetzt raus und in zehn Sekunden komme ein richtiger Sami Chlaus zur Türe herein. Er gewann die Wette jedes Mal. Aber da er stets um Alkohol wettete, wäre es besser gewesen, er hätte ab und zu verloren. Leider ging die Geschichte vom vielleicht einzigen echten Sami Chlaus gar nicht gut aus.

Als ich fertig erzählt hatte, hörte ich, wie Frau Lüscher in den Hörer schwieg. Da war mir klar, dass die Damenriege nie von dieser Geschichte erfahren würde.