Die Vorplatzteerer sind unterwegs. Sie tauchen aus dem Nichts auf, teeren einem skrupellos innert kürzester Zeit den Vorplatz zu und stellen nachher horrende Rechnungen, die sie mit Nachdruck eintreiben. Sie wurden gesichtet in sämtlichen Kantonen des Mittellandes, sie wirkten vom Baselbiet bis ins Toggenburg. Auch in Schwaderloch zogen sie vorbei. 

Die Arbeit erweist sich meistens als Pfusch; aber bis das klar ist, sind die Vorplatzteerer längst über alle Berge respektive irgendwo mit neuen Vorplätzen beschäftigt.

Teer-Terror jetzt auch in Leibstadt

Teer-Terror jetzt auch in Leibstadt (6.11.2015)

Das Vorgehen der Vorplatzteerer ist nicht nur unverschämt, es ist häufig auch illegal. Sie treiben seit Jahren ihr Unwesen; man würde meinen, dass inzwischen der hinterste und letzte Vorplatzbesitzer in der Schweiz von der organisierten Vorplatzteererei weiss.

Da fragt man sich schon, warum die Masche dennoch weiterhin wunderbar funktioniert; warum kluge Leute, die es eigentlich besser wissen, doch immer wieder den Vorplatzteerern auf den Teer gehen.

(Wobei: Ganz genau genommen arbeiten die ja nicht mit Teer, sondern mit Bitumen. Aber wer sagt schon «bitumieren»?)

Vielleicht sind die Vorplatzteerer deshalb so erfolgreich, weil sie psychologisch geschickt an zwei Schweizer Tugenden appellieren: Sauberkeit und Sparsamkeit. Sie versprechen einen ordentlichen Platz vor dem Haus, der auch dem Nachbarn gefällt; und das zu einem günstigen Preis – welcher Schweizer möchte das nicht? Und wer kennt nicht das Sprichwort, dass wir zuerst vor der eigenen Haustüre wischen sollen? Das fällt auf einem geteerten Vorplatz doch viel leichter.

Unter uns gesagt: Wenn ich aus dem Grossraumbüro auf den Parkplatz schaue, ja, da dünkt es mich, auch hier könnten doch mal die Vorplatzteerer vorbeischauen.

Teerende Gauner wieder unterwegs

Ungefragt bearbeiteten die Teer-Hausierer den Garagenplatz einer 90-jährigen Frau im Fricktal. (8.8.2015)