Jetzt geht es plötzlich ganz schnell. Weil Gemeinden, die zu wenig Asylsuchende aufnehmen, dem Kanton ab 2016 zehn Mal mehr Geld zahlen müssen, werden nach jahrelanger Passivität fieberhaft Wohnungen gesucht.

Die Zeiten des günstigen «Freikaufens» mit der eher symbolischen Ersatzabgabe sind vorbei. Wer die Vorgaben des Verteilschlüssels nicht erfüllt, muss nun jährlich 50 000 Franken pro nicht aufgenommenem Asylbewerber zahlen. Auch Gemeinden, die sich jahrelang gegen die Aufnahme von Asylsuchende sträubten, müssen handeln.

Das ist zu begrüssen. Es gibt aber Gemeinden, die keine Wohnungen für Asylbewerber haben. Im Raum Lenzburg wollen deshalb 23 Gemeinden das Problem auf Stufe des Regionalverbandes lösen.

Das könnte darin münden, dass Gemeinden ohne freie Wohnungen ihre Asylsuchenden anderen Gemeinden abgeben und diese dafür entschädigen, was günstiger kommen soll als Zahlungen an den Kanton. Dies ist pragmatisch, hilft den Gemeinden und entlastet den Kanton, der Asylplätze braucht.

Die Regionalverbände im Wynen- und Suhrental befürchten aber, das Beispiel könnte Schule machen und der Kanton die Unterbringung generell an die Regionalverbände delegieren.

Das hätte tatsächlich Vorteile: Es gibt weniger Ansprechpartner, was effizienter wäre. Der Kanton aber gibt Entwarnung, solche Pläne gebe es nicht. Zu Recht: Jede Gemeinde soll selber entscheiden, ob sie Asylbewerber alleine oder in einem Verbund unterbringen will.

Die Initiative muss von unten kommen, ein Diktat von oben ist kontraproduktiv. Das hat sich im Aargauer Asylwesen schon mehrfach gezeigt.